Mindestlohn

Der häufig als Allheilmittel gegen Armut beschworene Mindestlohn ist keine soziale Wohltat. Dem Arbeitnehmer kann es herzlich egal sein, wer wie viel seines Lohnes zahlt. Ob er seinen Lebensunterhalt völlig aus dem bestreiten kann, was sein regulärer Arbeitgaber ihm auszahlt, oder ob er zusätzlich Hilfe aus Staats- und Sozialkassen in Anspruch nehmen muss, ist betriebswirtschaftlich für ihn egal.

Ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn hilft allerdings eben diesen Staats- und Sozialtöpfen, weil er die Lohnkosten speziell für niedrig bezahlte Arbeit wieder dor hin bringt, wo sie hingehören: zum Arbeitgeber.

Jeder Arbeitnehmer, der zu wenig zum Leben verdient – dazu gehört selbstverständlich auch der Unterhalt einer Familie – hat aus gutem Grund in Deutschland Anrecht auf entsprechende Hilfen durch z.B. Sozialhilfe oder Wohngeld. Sofern diese Menschen aber in Vollzeitarbeit sind, ist jeder Zuschuss zu ihrem Lohn eine Subvention für das Unternehmen, dass seine Arbeitnehmer nicht ordentlich bezahlt.

Auffällig an der Diskussion um dieses Thema ist, dass ausgerechnet die Parteien und Politiker, die laut nach dem ‘freien Markt’ brüllen, offenbar wenig Schwierigkeiten haben, Unternehmen Subventionen, also durch Arbeitnehmer teuer erwirtschaftete Steuergelder, hinterher zu schmeissen.

Könnte dies der wahre Grund sein, weshalb die USA und Großbritannien – beides keine Länder, die für sozialistische Planwirtschaft bekannt sind – einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn haben?

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