Alles für die Dackel! Alles für die Katz?

So lange die Mehrheit der Menschen mehr Angst vor einem Schwarzen-Schwan-Ereignis hat, als vor Dauerüberwachung und Umkehrung der Unschuldsvermutung durch Regierungen, wird sich kaum ein nennenswerter Widerstand aufbauen. Lieber werden Privatunternehmen – die durchaus auch Schindluder mit unseren Daten treiben – angefeindet, weil die uns zielgerichtete Werbung präsentieren wollen. Vor allem, wenn diese Unternehmen im Kern US-amerikanisch sind, lässt sich leicht auf ihnen rumhacken, schließlich horcht uns doch auch die US-Regierung in unglaublichem Maße aus! Wir wollen vor Buttons geschützt werden, auf denen ‘gratis oder ‘kostenlos’ steht, selbst wenn der deutlich lesbare Text direkt über dem Button klar macht, dass es nur einen Monat nichts kostet und dann entweder gekündigt oder bezahlt werden muss.

Sicherlich kann uns auch ein Unternehmen, das mit Endkunden Geschäfte abwickelt, schaden, z.B. indem sie uns als Kunden nicht annehmen oder negative Wertungen an Unternehmen wie die SCHUFA melden. Oder indem sie mehr oder weniger gezwungen unsere Daten über unsere Einkäufe an eben jene Regierungen geben, die alles über uns wissen wollen. Regierungen, deren Organe schon mal hochbewaffnet in unserer Küche vorbeischauen, weil wir uns über Dampfkochtöpfe und Rucksäcke informieren.

Wer meint, die Totalüberwachung beträfe ihn nicht, weil man sowieso nichts mit Smartphones und Computern und Internet am Hut hat, unterschätzt, wie oft er doch damit zu tun hat. Bei jedem Einkauf, vor allem, wenn Kreditkarte, Bankkarte, Rabattkarte oder Kundenkarte benutzt werden. Jeder Eintrag bei irgendeiner Behörde landet in Netzen, die überwacht werden [sofern die Behörden nicht freiwillig weitergeben]. Ihre Urlaubsreisen mit dem Flugzeug, jede Hotelbuchung. Ach ja, Computernutzung beim Arbeitgeber, s.o., zählt auch als [vernetzte] Computernutzung.

Sie dürfen das alles gerne in Ordnung finden. Sie dürfen der Ansicht sein, Sicherheit sei wichtiger als Freiheit. Sie dürfen sich bequem zurücklegen oder fatalistische Untätigkeit feiern. Sie dürfen sich aber nicht wundern, wenn Sie eines Tages ahnungslos vor einem Geheimgericht stehen und verurteilt werden, ohne je erfahren zu haben, was Ihnen vorgeworfen wird.

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