Das Gesundheitssystem sorgt für hohen Blutdruck

Ich gehe ja immer noch davon aus – naiv wie ich mit meinen wenigen Lebensjahren bin -, dass Gesundheitspolitiker, Krankenkassen, Ärzte und Apotheker für uns sorgen sollen. Es soll uns so gut wie möglich gehen.

Zum Beispiel soll unser Blutdruck schön niedrig bleiben. Sie kennen das, so bei 120/80 in Ruhe. Ist er deutlich darüber, gibt es Medikamente, mit denen er wieder runter gebracht wird. Verhalten, das zu Bluthochdruck führt, stellt man ein – man raucht nicht, haut sich nicht dauernd Alkohol rein, sorgt für regelmässige Bewegung und so weiter. Ändert bei genetisch bedingtem BHD oder bei unumkehrbaren Organveränderungen wenig.

Medikamente müssen meist ein Leben lang eingeworfen werden, ausser der BHD ist Aspekt einer heilbaren Erkrankung oder eine langfristige Verhaltensänderung reicht aus, den Blutdruck zu senken. Seit Jahren werden dafür meist 3er-Wirkstoffkombination eingesetzt.

Die senken den Blutdruck. Leider gibt es in dem Zusammenhang wenig förderliche Sachverhalte. Die alle aus der Politik kommen. Entscheidungen, die dazu führen, dass mein Blutdruck durch die Decke geht.

Es gibt Wirkstoffkombopräparate: Alle drei notwendigen Wirkstoffe in einer Tablette. Der Patient muss nur eine, vglw. kleine, Tablette am Morgen schlucken. Die N3 – Packung mit um die 100 Tabletten – kostet einen da alle drei Monate € 5,- Zuzahlung. Schlimm genug.

Was soll diese Zuzahlung?

‘Kosten senken!’

Äh nee, tut sie nicht. Sie verschiebt höchstens die Kosten vom Konto der Krankenkassen auf unsere Konten. Also dorthin, von wo auch unsere Krankenkassenbeiträge kommen. Wir zahlen die.

‘Patienten abhalten, einfach Medikamente zu besorgen!’

Aha. Weil es so einfach ist und so viel Spass macht, rezeptpflichtige Medikamente zu beschaffen. Diejenigen, die im Verbund mit Ärzten mglw. tatsächlich haufenweise Pillen aus der Apotheke ziehen, dürften kaum das Gesundheitsbudget gross belasten. Ausserdem ist das kriminell – doch wieso soll ich für die Tat des Anderen mit Zuszahlungen bestraft werden.

‘Patienten sollen wissen, dass es nichts umsonst gibt!’

Sehe ich jeden Monat, wenn ich auf die Abrechnung meiner Bezüge schaue. Ausserdem müsste man mit dem Argument jeden Wasserhahn im Haushalt mit einem Münzgerät austatten, in das immer, wenn man Wasser zapft, 50 €-Cent geworfen werden müssen.

Diese ganze Zuzahlungsarie im Gesundheitswesen basiert auf der nicht haltbaren protestantischen Idee, dass ja jeder selbst schuld wäre. Sein Verhalten ist irgendwie gotteslästerlich, daher wird er von Gott mit Krankheit bestraft und muss dafür zahlen.

Nun ist es aber noch schlimmer.

Die Politik möchte gern Wettbewerb in einer Struktur, die gar keinen echten Wettbewerb haben kann. Also dürfen/müssen/können Krankenkassen Verträge mit Pharmaunternehmen aushandeln, die den KKs bessere Preise für Medis garantieren.

Nur kann der Arzt halt kein anderes Medikament mehr verschreiben, da es aus seinem Budget ginge und dieses ggf. durch ein oder zwei Rezepte bereits aufgebraucht sein kann. Nicht schön. Auch nicht für die Patienten, die – um zum Bluthochdruck zurückzukehren – jetzt statt einer Tablette drei schlucken müssen. In der Apotheke bleiben jetzt auch nicht mehr € 5,-, sondern € 15,-, da die Zuzahlung auf jede Packung fällig wird. Alle drei Monate.

Falls Ihr Blutdruck jetzt noch nicht weit über den Normwerten ist, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie vielleicht tot sind.

Die Informationen, auf der dieser Rant basiert, stammen von Ärzten, Apothekern, Patienten und allgemein zugänglichen Materialien, wie Zeitungen und TV.

Notes:
1. Frauen sind noch ärger dran, aber das interessiert männliche Politker gar nicht, weibliche offnebar nur graduell.
2. Kurzfasssung: Wer krank ist, hat keine sinnvolle Wahl.
Frauen sind noch ärger dran, aber das interessiert männliche Politker gar nicht, weibliche offnebar nur graduell.
Kurzfasssung: Wer krank ist, hat keine sinnvolle Wahl.

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