Satire

Lesekompetenz – der Schnellkurs

Im Grunde ist es gar nicht so schwierig, seine Lesekompetenz zu verbessern. Niemand benötigt dafür ein literaturwissenschaftliches Studium, auch wenn das in vielerlei Hinsicht hilfreich ist. Aber die meisten Texte, die uns täglich unter die Augen geraten, setzen selten historische Referenzen ein, benutzen kaum komplexe Symbolik oder raffinierteste Metaphern. Die meisten Texte sind ohnehin Gebrauchstexte,…

Freiheit des Ausdrucks

Freiheit, die eigene Meinung überall und immer ausdrücken zu können, ja. Freiheit, anderer Menschen Meinung ertragen zu müssen, nein. Seltsames Konzept, das mir immer wieder begegnet. Früher nannten wir Leute, die so dachten herablassend – sehr herablassend! – Leserbriefschreiber, da wir nur auf den Leserbriefseiten der Zeitschriften auf sie trafen. Heute bevölkern sie und viele,…

Moderne Technik macht es einfach

Es ist ja wahr, die handlichen Kleinstcomputer, die wir in der Hemd- oder Hosentasche mit uns umher tragen, haben uns Vieles einfacher gemacht. Aufgabenlisten, Kalender, Kontakte und noch was nicht noch alles brauchen keine fetten Leder-Organiser mehr. Wir müssen auch nicht mehr jeden Mist dreifach angleichen, das Smartphone macht das automatisch und erinnert uns rechtzeitig.…

‘ne kräftige Tracht Prügel …

… hat noch keinem geschadet. Sagte meine Großmutter immer. Solche Trachten hatten eine lange Tradition, nicht nur bei ihr im Haus, auch bei den Nachbarn. Und im Haus gegenüber. Egal, wo man hin kam damals, überall wurde den Kindern regelmäßig der Arsch versohlt. Hat den Ersten Weltkrieg nicht verhindert. Danach wurden dann die meisten Nazis…

BILD … dir dein Juniläum

Lieber Axel-Springer-Verlag, ich habe nichts gegen dich. Die meisten deiner Zeitschriften gehen komplett an mir vorbei, einige habe ich mal gelesen. Das ist aber schon sehr lange her, auch wegen des Qualitätsabfalls. Was ich nie in die Hand genommen habe – und ich weiss bis heute nicht, wie es mir in der Schule damals gelang,…

Vom Kobern—wenn Leistung sich lohnt

Als mein Vater sich sein Studium verdiente, tat er das zuerst mit Taxi fahren. Da wir in Altona wohnten und sein Chef die Zentrale auch in Altona hatte, fuhr er natürlich viel in Altona und auf St. Pauli. Immer wenn ein auswärtiger Gast zustieg und fragte, ‘was man denn so empfehlen könne’, fuhr mein Vater…

Truth in Advertising

Da fällt mir auf, dass Klosterfrau Melissengeist ein hervorragender Schimmelvernichter ist. Und ich dachte immer, der sei für den kleinen Alkoholismus der Hausfrau.

Weniger hilft mehr – Wo Homöopathen sich nicht irren

So ein bisschen Recht haben Homöopathen doch. Sie gehen davon aus, dass eine extrem kleine Menge eines Krankmachers genau die Krankheit heilt, deren Symptome von eben diesem Stoff in großen Mengen ausgelöst werden. Um die heilende Wirkung so richtig aufzuputschen, wird das Mittel so lange in Wasser verdünnt, bis kein Molekül der Basis mehr vorhanden…